Köttzuege in Alfter Ort wegen Corona abgesagt


Ortsausschuss sammelt per Spendendosen für Alfterer Pänz


 

Wenn man von „Brauchtum“ spricht, ist damit ein traditionelles Verhalten gemeint, welches von einer Gemeinschaft (bspw. Familie, Verein oder Dorf) zu konkreten Anlässen gepflegt wird. Wegen des verbindenden Elements sollte Brauchtum auch als Ausdruck von Lebensfreude und nicht als Lärmbelästigung gesehen werden.
Bräuche ergeben sich sowohl aus dem weltlichen als auch dem kirchlichen Jahreskreis.

 

Daran orientieren sich auch die meisten Alfterer Brauchtumsformen.

Dazu zählt auch das Kötten bzw. zählen die Köttzüge, welche im Rheinland und speziell bei uns im Vorgebirge eine lange Tradition haben.

 

Das Wort „kötten“ ist rheinisch und hat zwei mögliche Ursprungsformen. Einmal könnte es vom englischen Cut (sprich Kött) = ein Gehrock mit vielen großen Taschen kommen, also wohl mit Kutte verwandt. Oder aber eine andere Herleitung ist, dass es aus dem Französischen kommt für „quêter“ (bitten, betteln).

 

Wer sich wie alljährlich nun auf die anstehenden Köttzüge gefreut hat, die mit viel Blech, Trommeln und Fändelschwenkern durch die Gassen ziehen, muss OAS Vorsitzender Klaus Hergarten enttäuschen. „Wir mussten wegen Corona alles absagen, nicht nur die beiden Alfterer Kirmesfeste, sondern auch alles, was damit zusammenhängt, eben auch die Köttzüge“, so Hergarten.

 

Weder klappernde Sammeldosen noch artistische Einlagen von hochfliegenden Fändeln wird man in diesem Jahr beobachten können. Auch der Seniortentag wird nicht stattfinden können, da wir die schwächsten schützen müssen.

 

Während der Umzüge sammeln in der Regel die Ehrenamtler des Ortsausschusses für die Vereinsarbeit im Ort, die sich vielfach für die Schwächsten einsetzen, die Kinder und die Alten. „Durch diese uralte Tradition werden unter anderem die Seniorennachmittage und die Martinsbrote bezahlt, die unsere Pänz kostenlos an Sankt Martin erhalten“, so Hergarten weiter, all das fällt so erstmal weg.

 

Der Ortsausschuss bedauert dies sehr! Deshalb hat man beschlossen nach den Sommerferien, bei Gabis Fotowelt, Am Herrenwingert eine Sammelbüchse aufzustellen, damit zumindest, ob mit oder ohne Sankt Martinszug, die Martinsbrote für die rund 1000 Pänz in diesem Jahr gesichert sind.

 

Außerdem können uns die Alfterer gerne auf folgendes Konto ihr Spende überweisen:

Ortsausschuss Alfter, VR Bank Bonn  IBan: DE98 3816 0220 0032 2920 11

Der Ortsauschuss Alfter

 

Fädelschwenker gesucht

 

 

Der Ortsausschuss Alfter sucht dringend Fändelschwenker Nachwuchs

 

Da die Anzahl der bisherigen Alfterer Fähnriche aus alters- bzw. gesundheitlichen Gründen immer weiter abnimmt, muss diese lieb gewordene alte Tradition wohl oder übel in naher Zukunft eingestellt werden, wenn sich nicht bald (junge) Leute finden, die Lust haben, diese Kunst zu erlernen.

In Alfter gibt es diese Tradition bereits seit ca. 1910 und wurde damals von den Kierer Junge ins Leben gerufen. Ob Schützenfest, Pfarrfest, Kirmes oder Köttzug  kein  Brauchtumsfest, kein Umzug ohne Fändelschwenker.

Historischer und christlicher Hintergrund der einzelnen Griffe beim Fahnenschwenken

Wenn das Fahnenschwenken in einer bestimmten Reihenfolge geschieht, nennt man es das „St. Georg Fahnengebet“. In diesem Gebet liegt eine wesentliche christliche Grundlage. Diese Grundlage heiligt die Handlungen des Schwenkers und der Gruppe, zu der er gehört. Die einzelnen Griffe haben in diesem Zusammenhang folgende Bedeutung:

1. Schwenken über dem Kopf: Gruß an den Vater im Himmel; eine Bitte um Mut um den Kampf ehrlich zu vollführen. Bitte um Stärke.

2. Über den Kopf werfen: Verherrlichung der Schutzheiligen. Der Schwenker will sein Bestes geben.

3. Um die Brust schwenken: Der Schwenker wird eingeladen, alle Kraft zu benutzen, auch wenn es sein Leben kosten kann.

4. Um die Knie schwenken: Er muß sich geschmeidig halten, dass er immer knien kann.

5. Um die Knöchel schwenken: Wenn der Kampf schwierig wird, Schwenker, tue deine äußerste Pflicht, die Fahne schwenken zu lassen. Insbesondere halte sie rein.

6. Hinter dem Rücken schwenken: Von allen Seiten wird der Schwenker angegriffen. Von allen Seiten droht Gefahr.

7. Kniend Schwenken: Der Feind versucht, den Schwenker auf die Knie zu zwingen. Er wird niedergedrückt.

8. Über die Fahne schreiten: Der Feind will die Fahne nehmen, aber der Schwenker verhindert das. Deswegen schwenkt er die Fahne unter den Beinen durch, über den Boden und danach über den Kopf. Er wehrt damit ab.

9. Aufrollen der Fahne: Der Kampf ist beendet. Der Schwenker hat gewonnen.

 

Aus dem Fahnengebet heraus sind die heutigen länderübergreifenden Fahnenschwenkwettbewerbe entstanden, bis sogar hin zur Weltmeisterschaft im Fahnenhochwerfen.
Dazu wird Musik gespielt, typischerweise von Blaskapellen oder Tambour-Corps.

 

Auch in anderen Ländern ist das Tradition, wie bspw. in Italien oder auch in San Marino.

In den Vereinigten Staaten ist Fahnenschwingen sogar ein Schulfach an größeren High Schools  (Flag team).


In Alfter leider noch nicht, deswegen, wer Lust hat diese spannende Kunst des Fahnenschwenkens zu erlernen (dafür muss auch niemand religiös sein) und auf Festen und Umzügen aufzutreten, kann sich gerne beim OA Vorsitzenden Klaus Hergarten Tel: 015783025799  oder seiner Stellvertreterin Gabi Haag unter email: ortsausschuss-alfter@t-online.de, etc. melden.